Johann Lafer begeisterte im Joska Glasparadies mehrere hundert Besucher
Beifall im Bayerwald für Deutschland bekanntesten Fernsehkoch
Starkoch Johann Lafer wünscht sich wieder mehr Leidenschaft am Herd
Tiefgekühlter Fertig-Fisch erinnert ihn an panierte Panzerplatten und Pfannkuchenteig aus der Tube ist für ihn die Vorstufe zur Flasche im Krankenhaus: Johann Lafer zählt zu den bekanntesten Köchen im deutschen Fernsehen, seine Sendungen locken Millionen von Zuschauern an die Bildschirme. Am Montag war der Starkoch im Joska Glasparadies in Bodenmais zu Gast. Rund 500 Hobbyköche und Fans sowie Hoteliers, Gastronomen und Geschäftsleute aus dem Bayerischen Wald lernten den Ausnahme-Koch hier persönlich kennen – und lieben.
Johann Lafer begeisterte die Besucher mit seiner erfrischend-ehrlichen Art, dem Mix aus witzigen Anekdoten und manch kritischen Anmerkungen zu den Kochsendungen im TV und den Problemen der bayerischen Gastronomen sowie seinen Tipps für gutes und gesundes Essen.
Johann Lafer ist aufgewachsen in der Steiermark
Johann Lafer ist einer, der Karriere gemacht hat und trotzdem am Boden geblieben ist. Einer, der herum kommt in der Welt und seine Wurzeln und den Bauernhof in der Steiermark, auf dem er aufgewachsen ist, nicht vergessen hat. Einer, der sich vor den Fernsehkameras nicht verbiegt, sondern sich gibt, wie er ist. Und genau das macht den Starkoch wohl so beliebt. Mit viel Beifall begrüßten mehrere hundert Fans Johann Lafer am Montagnachmittag im Joska Glasparadies. Applaus, herzliche Umarmungen und nette Worte gab es auch am Abend zum Abschied von den geladenen Gästen. Und das hatte sich Johann Lafer verdient: Stundenlang signierte er geduldig Rezeptbücher, schrieb mit einem Lächeln so manch persönliche Zeile auf die Autogrammkarten, fachsimpelte mit den Besuchern über Gerichte zum Genießen oder witzelte über seine einst holprigen Anfänge als Fernsehkoch.
Kochen als Leidenschaft
Leidenschaft und Ideen beim Kochen, frische, natürliche Produkte der Saison, die bestenfalls aus der Region kommen, und ein Ambiente, das Lust aufs Essen macht – das sind für Johann Lafer die Grundzutaten der guten Küche. „Kochen heißt nicht Tüten aufschneiden“, machte der Starkoch, der schon mehrfach ausgezeichnet wurde, klar. Es sei wichtig, eine emotionale Bindung zum Essen und zu den Lebensmitteln aufzubauen und zu überlegen, woher die Produkte kommen. „Kindern kann man gesundes Essen beispielsweise nur verkaufen, wenn sie die Zutaten kennen und wissen, dass die Eier im Teig von einem Huhn gelegt wurden“, verdeutlichte Johann Lafer.
Gute Lebensmittel müssten nicht unbedingt teuer sein. Auch aus einfachen Zutaten wie Äpfeln könne man leckere Gerichte kochen. „Jeder kann preisgünstig einkaufen, aber man muss den Erzeugern auch eine Chance geben“, meinte der bekannte Fernsehkoch. Gerade in Deutschland gebe es hervorragende Produkte. „Da ist es schade, dass die Leute immer weniger Lust haben, selbst richtig zu kochen“, bedauerte Johann Lafer. Vielen sei das Kochen zu aufwändig, sie scheuten die Zeit, das schmutzige Geschirr.
Johann Lafer über Kochsendungen
Der Reiz der Kochsendungen stieg in den letzten Jahren dennoch gewaltig, die Einschaltquote ist höher als beim Sportstudio. „Viele greifen daheim zu Fertiggerichten und wollen sich zumindest übers Fernsehen verwöhnen lassen“, weiß Johann Lafer. Guter Geschmack habe etwas mit Sehnsucht und Erotik zu tun. Den Leuten sollte bei einer Kochsendung das Wasser im Mund zusammenlaufen. „Sie schauen gerne zu. Wir Fernsehköche haben es aber in den letzten 15 Jahren trotz der vielen Kochsendungen nicht geschafft, die Leute dafür zu begeistern, wieder mehr selbst zu kochen. Das ist schon eine Niederlage“, gab Johann Lafer ehrlich zu. Den Gastronomen riet er, sich zu spezialisieren: „Man kann dem Gast nicht alles von der Leberwurstschnitte bis zum Loup de Mer bieten. Jeder sollte ein Gefühl dafür entwickeln, was er wirklich kann.“ Auch schönes Anrichten und passendes Ambiente gehören für Johann Lafer zum Genuss.
Johann Lafer, Villeroy & Boch und JOSKA Glas
Im Interview mit Beatrix Schaar von Villeroy & Boch stellte er in Bodenmais sein Lieblingsgeschirr vor. Doppelt wohl fühlte sich Johann Lafer im Joska Glasparadies: Schließlich gab es hier für den bekennenden Glasliebhaber und -sammler allerhand zu bestaunen. Einen besonderen Platz will Johann Lafer für das extravagante Glasgeschenk suchen, das Joska-Geschäftsführer Josef Kagerbauer eigens für den prominenten Gast anfertigen ließ.
Johann Lafer als Glasbläser
Johann Lafer lässt sich nicht nur am Herd auf neue Herausforderungen ein: Bei seinem dritten Besuch im Joska Glasparadies versuchte sich der Starkoch, unterstützt von Josef Kagerbauer, im Glasblasen. Für die Besucher war der Abend Genuss pur: Passend zu Johann Lafers Plädoyer für den guten Geschmack, servierte das Joska-Team feinste Gerichte beim Flying Buffet, für das stilvolle Drumherum gab es Live-Musik von „Jazz & More“, Stelzengeher und einiges mehr.


