Interview mit Josef Kagerbauer

Aktuell nachgefragt: Heute schon vom Glas begeistert gewesen?

Hape Kerkeling hat einen, Udo Jürgens und Jens Lehmann auch. Gerade haben außerdem Maybrit Illgner und Jimi Blue Ochsenknecht einen bekommen. Die Rede ist von Glaspokalen aus den Design-Werkstätten von JOSKA KRISTALL (www.joska.com).

Das Familienunternehmen in Bodenmais hat es in den vergangenen Jahren geschafft, weltweit für jede Menge Glanz durch Glas zu sorgen – nicht zuletzt aufgrund der Leidenschaft, die Firmenchef Josef Kagerbauer jun. für "ein außergewöhnliches Material" empfindet.

Das größte Glas-Ei, die größte Glas-Murmel, das größte Weißbierglas oder die größte gläserne Christbaumkugel der Welt – sehr geehrter Herr Kagerbauer, fast möchte man glauben: JOSKA KRISTALL ist auf Weltrekorde spezialisiert.

Josef Kagerbauer jun.: Nun, die Rekordjagd ist sicher nicht die Hauptmotivation unserer Arbeit, allerdings ist es natürlich immer auch ein besonderer Ansporn, etwas wirklich Großes zu schaffen – sowohl für die Designer, denen sich in solchen Extrembereichen völlig neue Raummöglichkeiten eröffnen, als auch für unsere Handwerker, die hier die Grenzen des praktisch Machbaren ausloten und -reizen können.

Das klingt sehr sportlich.

Tatsächlich ist der Sport eine ganz persönliche Leidenschaft von mir und seit jeher ein Thema, das der gesamten Unternehmensphilosophie von JOSKA sehr nahe steht. Uns geht es auch im übertragen sportlichen Sinne darum, dass wir uns permanent entwickeln und versuchen, immer noch ein Stück besser werden.

Zum Beispiel bei den Pokalen: Hier könnte man fast sagen, dass wir im Wettstreit der Materialien das Glas-Team sind, das sich an seiner Leistung und damit natürlich an seinen Produkten messen lassen will.

Und die Produkte, sprich die Glas-Pokale, bestehen den sportlichen Wettkampf?

Oh ja, Glas gewinnt als Material sehr rasant immer mehr Anhänger. Anders als zum Beispiel Blech behält Glas seinen Glanz und gibt von diesem auch eine Menge an denjenigen ab, der es in seinen Händen hält. Ohne Zweifel ist Glas wie geschaffen für den Sieger …

... aber ist nicht eher Gold das Material für den Gewinner?

Klar gibt es Goldmedaillen (wobei die Deutsche Handballnationalmannschaft als Weltmeister Glas-Medaillen aus unserer Werkstatt bekam), aber stellen Sie sich einfach mal bildlich vor:

Der Erste eines Wettbewerbs steigt aufs Podest, über und um ihn herum gleißende Scheinwerfer, dazu das Blitzlichtgewitter der Fotografen. Und dann hebt der Sportler mit beiden Händen einen Glaspokal über seinen Kopf, der dank raffinierter Schlifftechnik all das Licht in geradezu wunderbarer Weise aufnimmt, bricht, spiegelt und und – ich muss zugeben, wenn ich bei solch einer Ehrung persönlich dabei bin, bekomme ich auch heute noch Gänsehaut.

Sie sprechen sehr emotional von Glas …

… ja freilich. Für mich und mittlerweile für viele andere auch ist ein Glaspokal die glanzvollste Art, Sieger zu ehren. Hier geht es um Brillanz, um Begeisterung, um große Leistungen, um sehr, sehr viel Gefühl – komprimiert auf einen kurzen Augenblick.

Dirk Nowitzki, Magdalena Neuner, John McEnroe, Franz Beckenbauer, Tobias Angerer und viele andere hielten Glaspokale von JOSKA in Händen.

Und angefangen hat alles vor vielen Jahren bei lokalen Sportveranstaltungen, für die wir die ersten Glaspokale gemacht haben. Keiner konnte damals die Dynamik der Entwicklung voraussehen – und natürlich macht es mich stolz, wie der Werkstoff unserer Region in die Phalanx der Blech- und Metallverarbeitung eingedrungen ist.

Mein Vater war Handwerker – und in dieser Tradition verstehe ich unsere Arbeit und letztlich eine Eigenschaft (die zugleich Chance ist) unserer Region an der Glasstraße: Wir bringen mit Handwerkskönnen, Erfahrung, jeder Menge Begeisterungsfähigkeit und einem ausgeprägten Bewusstsein für Wesentliches "unseren" Werkstoff in die Welt.

Dazu gehört – wieder sportlich gesehen – auch ein ausgeprägtes Mannschaftsspiel?

Genau. Gerade bei uns in der Firma wird das jeden Tag gelebt. Dass wir mit unseren Produkten diesen Erfolg haben, wäre ohne sehr gute Mitarbeiter überhaupt nicht möglich. Gerade das Zusammenspiel von Designern (zu denen ich ja auch gehöre) und Handwerksmeister samt Gesellen bündelt die nötige Kompetenz, um außergewöhnliche Pokale zu gestalten und zu schaffen.

Und das kann tatsächlich auch sehr, sehr große Glaspokale zum Ergebnis haben – wie zum Beispiel für die Gewinner der Langlaufserie "Tour de Ski" oder der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft: Hier werden große sportliche Leistungen mit einem tatsächlich auch ausgesprochen gewichtigen Pokal gewürdigt.

Herr Kagerbauer, neben dem Sport gehört Ihr besonderes Engagement auch den Kindern, denen Sie den Werkstoff Glas vermitteln wollen.

Ja, unser Kinderland liegt mir besonders am Herzen, weil es für unsere Region meiner Meinung nach immens wichtig ist, ihre Kinder für Traditionen und für alles, was uns ausmacht, zu sensibilisieren und zu begeistern.

Wenn Kinder bei uns auf dem JOSKA-Gelände mit Glas ganz praktisch umgehen können, wenn sie sich am Glasblasen versuchen oder auch an der Glasmalerei, dann bekommen sie ein Gefühl für ein wunderbares Material – aber auch dafür, dass dieser Werkstoff harter Arbeit und eines ernsthaften Handwerks bedarf um ihn zur Entfaltung zu bringen.

Begeisterte Kinder und glänzendes Glas – ein schönes Bild. Sehr geehrter Herr Kagerbauer, vielen Dank für das Gespräch.


JOSKA Kristall Philosophie
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